UND EWIG KÖNNTS NACH MOZART KLINGEN ..wäre da nicht auch noch andere gute Musik

 

1. wolFGAnG AmADEuS mozArt

2. und ewig könnt´s nach Mozart klingen, wäre da nicht ...

3. Mozart und der Gepard
 
für Violine, Violoncello und Klavier

op. 80 (2006)

Der Auftrag zu dieser Komposition beinhaltete die Aufgabe, sich in irgend einer Art und Weise mit Mozart auseinanderzusetzen. Bei näherer Betrachtung des Namenszuges „Wolfgang Amadeus Mozart“ bot sich mir die Anwendung eines alten Kompositions-Hausrezeptes an: Die Aneinanderreihung jener Buchstaben des Namens „wolfGAnG AmADEuS mozArt“, die es auch als Notennamen gibt (also: F-G-A-G-A-A-D-E-S=ES-A). Diese Tonfolge bildet das Hauptthema des ersten Satzes. Auch der darin enthaltene Tritonus (Es-A) wird als Baustein in der Harmonik dieses Satzes verwendet, er könnte aber in seiner mittelalterlichen Bezeichnung als „diabolus in musica“ (Teufel in der Musik) auch wörtlich auf das Genie Mozart übertragen werden.Im zweiten Satz wird einem Thema in der klassischen Ausdrucksweise Mozarts ein Ausdrucks-mittel neuerer Zeit beigefügt - es sollte zu einer interessanten Verschmelzung der beiden Stile kommen. Meine Ergänzung zur Satzbezeichnung des zweiten Satzes: „und ewig könnt´s nach Mozart klingen, wäre da nicht ... auch noch andere gute Musik!“Die Verbindung Mozarts mit einem Geparden, wie sie in der Bezeichnung des dritten Satzes geschieht, mag ein bisschen weit hergeholt scheinen, begründet sich aber darauf, dass mir das Thema dieses Satzes während einer (ungefährlichen) Begegnung mit Geparden eingefallen ist. Ich stellte mir dabei die groteske Situation vor, wie Mozart in seiner zeitgemäßen Kleidung einem eleganten Geparden gegenübersteht und wie die beiden aufeinander reagieren könnten. Der kleine Wettlauf am Ende des Satzes ist nur eine mögliche Verlaufsvariante dieses Szenarios, wobei der Gepard durch das in den letzten Takten vor seine Füße hingeworfene Mozart-Zitat sicher so erschrocken wäre, dass er verblüfft stehengeblieben und so Mozart mit dem Leben davongekommen wäre.

 

Auftragskomposition der OÖ. Landesmusikdirektion zum Mozartjahr 2006 für die Initiative „zeit.tasten.kammermusik“ (FL Mmag. Gerhard Hofer)

CD "zeit.tasten.trio", Studio Weinberg, SW 010277-2

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